Business Plan
Der Business Plan ist ein Arbeitsbereich, um ein Geschäftsmodell für ein 5GDHC-Netz zu entwickeln: wer profitiert und wer zahlt, wem das Netz gehört und wer es betreibt, was Kunden zum Anschluss bewegt und wie Investitionen, Erlöse und Risiken verteilt sind. Er folgt vier vorgeschlagenen Schritten. Sie können sie in beliebiger Reihenfolge bearbeiten; der Fortschritt wird pro Schritt gezählt.
Der Business Plan ist qualitativ. Sie schreiben in eigenen Worten, und er berechnet selbst nichts. Wenn der Quick Check eingeschaltet ist, werden seine Zahlen schreibgeschützt als Kontext angezeigt. Beginnen Sie im Dashboard mit einem neuen Projekt oder einem der Beispiele.
Schritt 1: Chance
Beschreiben Sie den Standort oder das Quartier, die Kundensegmente, den Wärme- und Kältebedarf, die relevanten Wärmequellen und das zentrale Problem. Erklären Sie dann, welchen Mehrwert ein gemeinsames Niedertemperaturnetz im Vergleich zu den verfügbaren Alternativen bietet, zum Beispiel zu eigenen Wärmepumpen.
Sie können mit einem der Beispielszenarien oder mit Ihrem eigenen Anwendungsfall beginnen. Die Gebäude und die Energiequellen werden mit dem Quick Check geteilt: Sie ändern sie dort, und der Business Plan zeigt sie an.
Schritt 2: Geschäftslogik
Füllen Sie ein Business Model Canvas für Ihren Anwendungsfall aus, mit besonderem Augenmerk auf Wertangebot, Kundenbeziehungen, Schlüsselpartner, Betreiberverantwortung, Kostenstruktur und Einnahmequellen. Das Canvas enthält außerdem die Schlüsselaktivitäten, Schlüsselressourcen, Kanäle und Kundensegmente.
Machen Sie dann die Verteilung von Investition, Risiko und Nutzen deutlich: für jeden Akteur, was er investiert, welches Risiko er trägt und wie er profitiert.
Schritt 3: Realitätscheck
Verwenden Sie grobe, aber transparente Annahmen statt detaillierter technischer Berechnungen. Testen Sie plausible Anschlussquoten, Tarife, Investitionsausgaben, Finanzierung und Abhängigkeiten von Förderungen. Benennen Sie die größten Risiken und die wichtigsten kritischen Annahmen, darunter ein mögliches K.-o.-Kriterium, und erklären Sie, wie sich jeder Punkt überprüfen ließe. Ein Risiko kann als mögliches K.-o.-Kriterium markiert werden.
Schritt 4: Umsetzung
Verfeinern Sie Ihr Geschäftsmodell auf Grundlage des Realitätschecks, der Rückmeldungen von Fachleuten und der Herausforderungen, auf die Sie gestoßen sind. Schätzen Sie sein Potenzial für Skalierbarkeit und Übertragung unter unterschiedlichen geografischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Bedingungen ein. Skizzieren Sie dann die nächsten praktischen Schritte: die zu erhebenden Daten, die einzubindenden Akteure, die zu sichernden Partnerschaften, die Möglichkeiten für Pilotprojekte und die wichtigen Entscheidungen, einschließlich eines realistischen Entscheidungspunkts, um das Konzept voranzubringen.
Leitfragen
Jeder Schritt zeigt Leitfragen und Tipps aus der Aufgabenstellung der Challenge und aus den Erkenntnissen des Forschungsprojekts „Anergie Leicht Gemacht“. Zum Beispiel: Wer profitiert, und wer zahlt? Wem gehören die Quelle, das Netz und die Wärmepumpen, und wer betreibt sie? Der Anschluss ist freiwillig: Was bringt Eigentümer dazu, Ja zu sagen? Nutzen Sie, was hilft.
Beispielszenarien
Ein Business Plan kann mit einem von vier vordefinierten Szenarien beginnen (BM-SCN-01 bis BM-SCN-04). Wenn Sie eines wählen, wird nur das ausgefüllt, was das Szenario angibt. Sie können danach alles ändern, und die App fragt nach, bevor ein Szenario Text ersetzt, den Sie geschrieben haben. Sie können stattdessen auch Ihren eigenen Anwendungsfall beschreiben.
- Szenario 01, ländliches Dorf: Privathaushalte und ein Hotel; Privateigentum, touristische Unterkünfte und gewerbliche Nutzung; weitere Partner: die Gemeinde und ein Skigebiet; 20–70 Einheiten in schrittweiser Entwicklung; aktuelle Energieversorgung nicht angegeben.
- Szenario 02, Stadtrand ohne geplante Fernwärme: eine weiterführende Schule, ein Kindergarten und Mehrfamilienhäuser; Gemeindeeigentum und Mietwohnungen; weiterer Partner: der Eigentümer der Bildungseinrichtungen; etwa 80 Einheiten; aktuelle Energieversorgung Erdgas.
- Szenario 03, Stadtrand mit gemischten Eigentumsverhältnissen: private Hauseigentümer, Wohnbaugenossenschaften, die Gemeinde und Bildungseinrichtungen; Wohnungseigentum (WEG), Mietwohnungen (MRG) und gemeinnütziger Wohnbau (WGG); weitere Partner noch zu bestimmen; 3–20 Gebäude; aktuelle Energieversorgung Erdgas und Biomasse.
- Szenario 04, Stadtrand mit Therme und Hotels: eine Therme, Hotels und Privathaushalte; überwiegend Tourismus- und Thermeneinrichtungen, wenig Wohnnutzung; weitere Partner noch zu bestimmen; 3–20 Gebäude; aktuelle Energieversorgung Erdgas und Biomasse.
Der Startbildschirm bietet außerdem sechs beispielhafte Projekte, in denen beide Module ausgefüllt sind, vier davon auf Grundlage dieser Szenarien. Beim Öffnen eines Beispiels entsteht Ihre eigene Kopie.
Pitch-Reife (inoffiziell)
Der letzte Schritt zeigt, wie weit Ihr Pitch ist: wie viel des finalen Pitches bereits Inhalt hat, gemessen an Ihren Eingaben. Gezählt wird, was ausgefüllt ist, nicht wie gut der Inhalt ist, und die Anzeige ist als inoffiziell gekennzeichnet.
Die Anzeige prüft die sechs Teile des finalen Pitches (BM-SCOPE-07): Anwendungsfall und Wertangebot, Geschäftsmodell, wirtschaftliche und praktische Machbarkeit, Realitätscheck, Skalierbarkeit und Übertragbarkeit sowie die nächsten Schritte. Daneben zeigt sie die Jurykriterien, die in der ersten Fassung der Aufgabenstellung der Challenge vorgeschlagen wurden (BM-SCOPE-08). Diese Kriterien sind keine offizielle Bewertungsregel.
Jeder Teil hat eine kurze Liste von Punkten. Ein Textpunkt zählt, wenn sein Feld Text enthält, ein Listenpunkt, wenn seine Liste einen Eintrag hat, und ein Punkt zu Risiken oder kritischen Annahmen, wenn mindestens eine Zeile vollständig und keine Zeile nur halb ausgefüllt ist. Der Anteil der abgedeckten Punkte ergibt den Wert des Teils, und die Pitch-Reife ist der Durchschnitt der sechs Teile. Ein Teil ist pitch-reif, wenn alle seine Punkte abgedeckt sind. Dahinter steht keine Gleichung und keine Beurteilung des Inhalts.
Zahlen des Quick Check im Business Plan
Wenn der Quick Check eingeschaltet und vollständig ist, zeigt der Business Plan seine groben Zahlen als Kontext: den Wärme- und Kältebedarf, die Erlöse und die Gesamtinvestition, neben den Gebäuden, dem Projektgebiet und den ausgewählten Quellen. Es sind Screening-Werte, keine Machbarkeitsstudie, und sie sind schreibgeschützt: Die Eingaben ändern Sie im Quick Check. Mit Ihren eigenen Parametern tragen sie das Kennzeichen „Eigene Parameter“. Die im Quick Check geprüften Quellen lassen sich mit einem Klick zum Text der Wärmequellen hinzufügen.
Geschäftsmodelle vergleichen
Ein Projekt enthält genau ein Geschäftsmodell. Um eine Alternative zu vergleichen, duplizieren Sie das Projekt und ändern Sie die Kopie.